Hartz IV durch den Wandel vom Industrie- zum Informationszeitalter
Warum wird so häufig behauptet, dass Geld nicht alles sei. Klar gibt es Dinge im Leben, die man nicht kaufen kann, aber abgesehen davon, hat in unserem kapitalistischen System nunmal jeder seinen wirtschaftlichen Wert und wird daher auch dementsprechend bezahlt. Die Kehrseite der Medaillie bedeutet jedoch leider für viele Menschen ein Leben am Rande des Existenzminimums. Viele bleiben im Zuge des Wandels vom Industriezeitalter zum Informations- bzw. Dienstleistungszeitalter auf der Strecke. Nehmen wir als Beispiel die ehemaligen Hochburgen der Stahlindustrie in den neuen Bundesländern, in denen tausende von Arbeitern einst ihren Lebensunterhalt verdienten. Heute erinnern vielerortslediglich Industriemuseen daran. Ein weiteres Merkmal, das an solche ehemaligen Jobregionen erinnert ist die enorm hohe Arbeitslosenquote. Abgesehen von einigen Ausnahmen, sind viele von den damaligen Arbeitern heute Hartz IV- Empfänger und führen ein Schattendasein am Rande der Gesellschaft. Welche Alternativen haben diese Menschen? Klar entstehen unzählige neue Jobs in der Gesellschaft von heute, jedoch sind diese oft an eine sehr fachspezifische Ausbildung gebunden und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Wer heute sein fünfzigstes Lebensjahr bereits erreicht hat, hat kaum noch Chancen im Arbeitsmarkt integriert zu werden. Als Alternative bietet sich den Arbeitern von gestern der Hinzuverdienst durch 1-Euro-Jobs oder eine Tätigkeit, welche der eigentlichen Qualifikation unter keinen Umständen gerecht werden kann. Schon allein aus dem Grund, dass diese Menschen, egal welche Anstrengungen sie auch unternehmen mögen, so gut wie keine Chance haben im Arbeitsmarkt von heute integriert zu werden muss sich etwas ändern. Es gibt sicher unzählige weitere Beispiele, bei denen die bisherige Höhe der Sozialleistungen keinesfalls als angemessen betrachtet werden kann. In einem so reichen Land wie Deutschland, in dem Jahr für Jahr nachweislich mehrere Milliarden Euro zum Fenster rausgeworfen werden, darf es einfach nicht sein, dass die, die ohnehin keine reelle Chance mehr haben so dermaßen unter Druck gesetzt werden und sich ihnen kaum finanzieller Freiraum für ein einigermaßen erträgliches Leben in unserer Gesellschaft bietet.
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